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mypacing vs. Visible vs. blue-ME: Pacing-Apps im Vergleich

Sieben Apps, ein Ziel: besseres Pacing bei Long COVID, ME/CFS und POTS. Ein sachlicher, transparenter Vergleich von Funktionen, Preisen und Datenschutz.

Illustration: drei gleich grosse, leere abgerundete Karten nebeneinander auf einer ruhigen Flaeche

Wer nach einer App für Pacing bei Long COVID, ME/CFS oder POTS sucht, stößt schnell auf mehrere Namen: mypacing, das englischsprachige Visible, das deutsche blue-ME sowie neuere Angebote wie Fimo Health, Long COVID Pacer und Beat Watcher. Alle verfolgen ein ähnliches Grundprinzip – Belastung, Symptome und Erholung sichtbar machen, um Crashes durch Post-Exertional Malaise (PEM) zu vermeiden. Die Umsetzung unterscheidet sich aber deutlich. Dieser Artikel stellt die Tools nebeneinander, so ehrlich und nachprüfbar wie möglich – inklusive der Stellen, an denen andere Apps mehr bieten als mypacing.

Hinweis zur Objektivität: mypacing betreibt diese Seite selbst. Wir haben versucht, Funktionen, Preise und Datenschutzangaben ausschließlich anhand der offiziellen App-Store-Einträge und Herstellerseiten darzustellen (Stand: Juli 2026, die Angaben zu Visible nachgeprüft im August 2026, HelpingHero ergänzt im August 2026; Quellen unten). Für aktuelle Details lohnt sich immer der Blick auf die jeweilige offizielle Seite.

Kurzüberblick

KriteriummypacingVisibleblue-ME
PreisKostenlos, durch freiwillige Unterstützung finanziertKostenlose Stufe; Ganztagsdaten und Echtzeit-Hinweise nur mit kostenpflichtiger Mitgliedschaft — und die gibt es nur in den USA und Grossbritannien14 Tage kostenlos, danach Abo (monatlich/halbjährlich/jährlich)
SpracheDeutsch + englischer LayerPrimär EnglischDeutsch
Konto nötigFür Datenspende nicht zwingendJaJa
Wearable-ImportGarmin, Apple Health, ResMed CPAP/myAir, Whoop, Visible (automatisch eingelesen); Fitbit, Oura, Withings, Polar hochladbar, Sichtung von HandKamera-Messung (HRV/Ruhepuls); Ganztagsdaten nur mit Visible Band 2.0 oder Polar Verity Sense — Band und Mitgliedschaft nur US/UKApple Health, Google Health Connect; HRV über Apple Watch (iOS)
FUNCAP-ScoreEigener, kostenloser FUNCAP-Rechner (kein Konto nötig, Auswertung im Browser)Nicht bekanntIntegrierter Schweregrad-Rechner
Crash-/PEM-TagebuchJa (Crash Ja/Nein, Musterauswertung)Ja (Symptom-, Medikations- und Belastungstracking)Ja (Symptomtagebuch, Pacing-Timer)
Arztbericht-ExportJaJa, für FachpersonenJa, als PDF
ForschungsbeteiligungAnonymisierte Datenspende, anonymer Gemeinschafts-PoolOpt-in für StudienNicht beworben
Publishing/ContentTäglicher automatisierter Wissens-BlogPresse- und StudienverweiseFeature-/FAQ-fokussiert

mypacing im Detail

mypacing ist ein kostenfreies, werbefreies Projekt zweier selbst Betroffener – finanziert ausschließlich über freiwillige Unterstützung, ohne Datenverkauf und ohne Werbung. Die App importiert Rohdaten aus gängigen Wearables und CPAP-Geräten (Garmin, Apple Health, ResMed, Whoop, Visible; Fitbit, Oura, Withings und Polar bisher nur mit Sichtung von Hand) und wertet sie im Kontext von Crash-Tagebuch-Einträgen aus. Eine anonyme Datenspende ist ohne Konto möglich – ein Ansatz, den weder Visible noch blue-ME in dieser Form anbieten. Seit Kurzem gibt es außerdem einen eigenen FUNCAP-Rechner mit allen 55 validierten Items in 8 Domänen, Radar-Chart-Auswertung und optionalem Verlaufs-Tracking – ohne Konto, und deine einzelnen Antworten verlassen den Browser nie.

FUNCAP-Rechner öffnen — 55 Items, ohne Konto

Visible im Detail

Visible ist die international bekannteste Pacing-App in diesem Bereich und wird unter anderem von der britischen ME Association empfohlen. Die App misst per Smartphone-Kamera Herzratenvariabilität und Ruhepuls, trackt Symptome, Medikation und Belastung und erstellt Berichte für Ärzt:innen. Das „Visible Band 2.0" (seit der zweiten Fassung am Handgelenk statt am Oberarm) liefert Ganztagsdaten und Echtzeit-Pacing-Hinweise; alternativ funktioniert die Mitgliedschaft mit einem Polar Verity Sense. Wichtig für den deutschsprachigen Raum: Mitgliedschaft und Band gibt es ausschliesslich in den USA und Grossbritannien, der Versand geht auch nur dorthin. Die kostenlose App selbst hat Visible inzwischen auf weitere Länder ausgeweitet, Deutschland eingeschlossen — hier bleibt es also bei der Kamera-Messung am Morgen, ohne Ganztagsdaten und ohne Echtzeit-Hinweise (Stand: August 2026). Visible selbst stellt ausdrücklich klar, kein Medizinprodukt zu sein. Laut App-Store-Angaben erhebt die App personenbezogene Nutzungsdaten für Analyse und Personalisierung. Die Oberfläche ist primär englischsprachig, was für deutschsprachige Nutzer:innen eine Hürde sein kann.

blue-ME im Detail

blue-ME ist ein direkter deutscher Wettbewerber und punktet mit einem integrierten FUNCAP-Schweregrad-Test, PDF-Berichten für Arzttermine und einer anonymisierten, maschinell lesbaren Datenausgabe. Nach einer 14-tägigen Testphase ist die Nutzung kostenpflichtig (Abo-Modell über RevenueCat, monatlich, halbjährlich oder jährlich kündbar). Der Anbieter wirbt damit, personenbezogene Angaben optional zu halten und keine Daten an Dritte weiterzugeben. Für alle, die dauerhaft kostenfrei bleiben wollen, ist das Abo-Modell der wichtigste Unterschied zu mypacing.

Weitere Alternativen im Blick: Fimo Health, Long COVID Pacer, Beat Watcher & HelpingHero

Neben Visible und blue-ME gibt es weitere Apps, die für Menschen mit Long COVID, ME/CFS oder POTS relevant sind. Hier ein kurzer, ebenso quellenbasierter Überblick (Stand: Juli 2026).

Fimo Health

Fimo Health ist aktuell wohl der stärkste deutsche Wettbewerber im Pacing-Bereich. Die App wird als zertifiziertes Medizinprodukt positioniert und ist über zahlreiche gesetzliche Krankenkassen (u. a. über Kooperationen mit BKK VerbundPlus und weiteren Kassen) mit einem sechsmonatigen Freischaltcode kostenlos zugänglich. Fimo bietet ein eigenes Pacing-/Energiemanagement-Modul. Der zentrale Unterschied zu mypacing: Der kostenfreie Zugang ist an eine Mitgliedschaft bei einer teilnehmenden Krankenkasse und einen Freischaltcode gebunden – ohne diesen Code oder außerhalb der teilnehmenden Kassen ist die App kostenpflichtig oder gar nicht nutzbar. mypacing hat diese Hürde nicht: Es ist ohne Versicherungsnachweis, ohne Code und ohne Kassenzugehörigkeit direkt nutzbar.

Long COVID Pacer

Long COVID Pacer ist eine 2026 neu erschienene iOS-App mit einer visuellen „Energy Tide"-Darstellung des Energiebudgets und einer 48-Stunden-Crash-Ursachenanalyse. Über die Apple Watch sind zudem Warnhinweise beim Überschreiten der anaeroben Schwelle möglich. Die App ist gestaffelt kostenpflichtig (Free, Plus für 7,99 $/Monat bzw. 59 $/Jahr, Pro für 14,99 $/Monat bzw. 99 $/Jahr, Lifetime für 179 $) und läuft ausschließlich unter iOS. Nach Angaben des Anbieters werden keine Daten an einen Server übertragen; die Speicherung erfolgt lokal bzw. optional in iCloud. Das ist ein nachvollziehbares Datenschutzversprechen – allerdings ohne deutschsprachige Oberfläche. mypacing dagegen gibt es als Web-App und zusätzlich als native iOS- und Android-App; die Web-Basis sorgt weiterhin für Plattformunabhängigkeit – kein Vendor-Lock-in, nutzbar auch direkt im Browser ohne App-Installation.

Beat Watcher

Beat Watcher ist keine vollständige Pacing- oder Tracking-Anwendung, sondern ein schlankes, auf die Apple Watch beschränktes Alarm-Tool: Es warnt, sobald die Herzfrequenz eine selbst gewählte Schwelle überschreitet. Für alle, die ausschließlich eine Echtzeit-Warnung am Handgelenk suchen, kann das sinnvoll sein – ein Symptomtagebuch, eine Crash-Musteranalyse oder einen Arztbericht-Export bietet die App aber nicht.

HelpingHero

HelpingHero (Health4Future GmbH, Pullach im Isartal) ist ein web-basierter „digitaler Gesundheitsbegleiter" auf Pacing-Basis, der sich an Menschen mit „Fatigue, Burnout, Long Covid, ME/CFS" richtet. Der Ansatz unterscheidet sich grundlegend von den übrigen Apps in diesem Vergleich: Es ist ein geführtes Programm auf Fragebogen- und Selbsteinschätzungs-Basis — auf der Produktseite finden sich keine Angaben zu einer Wearable-Anbindung, zu objektiven Messwerten oder zur Methodik hinter den Auswertungen, und im DiGA-Verzeichnis ist die Anwendung nicht gelistet (Stand: August 2026). Nach einer kostenlosen Starter-Stufe kostet die Nutzung je nach Laufzeit 9,99 bis 14,99 € pro Monat. Erwähnenswert für die eigene Einordnung: Das journalistische Rechercheportal MedWatch berichtete 2023 kritisch über den Anbieter — unter anderem über kostenpflichtige, fragebogenbasierte „Diagnoseempfehlungen", ein Förderlogo des Bundesforschungsministeriums, für das das Ministerium eine Förderung dementierte, und nicht offengelegte Interessenkonflikte (Quelle unten).

Warum wir HelpingHero trotz des ähnlich klingenden Pitchs nicht als direkten Wettbewerber sehen: Es ist schlicht eine andere Produktgattung. mypacing beantwortet die Frage „Wie geht es deinem Körper heute?" aus gemessenen Daten — Ruhepuls, HRV, Schlaf, Zeit über der persönlichen Pulsgrenze —, kostenlos und mit vollständig offengelegter Methodik: Jede Kennzahl unserer Auswertung steht samt Konfidenzintervall auf der Technik-Seite, auch dann, wenn sie unbequem ist. Ein Fragebogen-Programm im Abo beantwortet eine andere Frage mit anderen Mitteln — wer es ausprobieren möchte, sollte die genannten Berichte kennen und die eigenen Erwartungen daran messen, was ein Fragebogen leisten kann und was nicht.

Was passt für wen?

Es gibt keine pauschal „beste" App – die Wahl hängt von den eigenen Prioritäten ab:

  • Wer dauerhaft kostenfrei bleiben will und keine Kontopflicht für die Datenauswertung möchte, findet das bei mypacing.
  • Wer auf Englisch unterwegs ist und Wert auf ein etabliertes, breit empfohlenes Ökosystem legt, ist bei Visible gut aufgehoben — die Hardware und die Echtzeit-Hinweise allerdings nur mit US- oder UK-Adresse.
  • Wer den FUNCAP-Score als festen Bestandteil der Verlaufsdokumentation nutzen möchte und ein Abo-Modell akzeptiert, findet das bei blue-ME.
  • Wer kostenfreien Zugang über die gesetzliche Krankenkasse sucht und eine Zertifizierung als Medizinprodukt bevorzugt, findet das bei Fimo Health – gebunden an Kassenmitgliedschaft und Freischaltcode.
  • Wer eine moderne, visuelle Energiebudget-Darstellung mit Apple-Watch-Anbindung sucht und ein Abo oder eine Einmalzahlung akzeptiert, findet das bei Long COVID Pacer (nur iOS).
  • Wer nur eine einfache Herzfrequenz-Alarmfunktion am Handgelenk sucht, ohne Tagebuch oder Auswertung, kann sich Beat Watcher ansehen.
  • Wer ein geführtes Selbsteinschätzungs-Programm mit Coaching-Charakter sucht und ein Abo akzeptiert, kann sich HelpingHero ansehen — sollte dabei aber wissen, dass der Anbieter keine Wearable-Anbindung und keine Angaben zur Methodik macht (Stand: August 2026) und die MedWatch-Recherche von 2023 kennen.

Keines der Tools ist ein Medizinprodukt im Sinne der mypacing-eigenen Nutzung – bei Fimo Health gilt das anders, dort ist die Medizinprodukte-Zertifizierung Teil des Angebots. Am Ende lohnt es sich, mehrere Apps auszuprobieren – die meisten bieten kostenlose Testmöglichkeiten.

Hinweis: mypacing ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Therapie. Alle Angaben zu anderen Anbietern beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen (Stand Juli 2026) und können sich ändern – für verbindliche, aktuelle Informationen bitte die jeweilige offizielle Seite prüfen.

Quellen

So macht mypacing das automatisch

Der FUNCAP-Fragebogen ist die Stelle, an der sich die Apps am deutlichsten unterscheiden. Bei mypacing liegt er offen im Browser: alle 55 Items, ohne Konto, und deine einzelnen Antworten verlassen den Browser nie.

FUNCAP-Fragebogen ausfüllen — 55 Items, ohne Konto Konto anlegen — dauerhaft kostenlos, keine Werbung

mypacing gibt es auch fürs Handy. Wie die Android-Fassung eingerichtet wird, steht auf der Android-Seite.

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Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-System entworfen (ein Anthropic-Modell mit Websuche); die Quellen sind echte, dabei gefundene Belege, keine erfundenen Adressen. Ein Mensch hat ihn vor der Veröffentlichung gelesen und freigegeben. Wir sagen das nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung — und weil es uns richtig erscheint, es zu sagen. Mehr dazu unter Rechtliches, Abschnitt 4e.