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Leitlinien, Versorgung & Ressourcen (Deutschland/EU)

Aktuelle Leitlinien, Versorgungsangebote und Anlaufstellen für Long COVID, ME/CFS und POTS in Deutschland und der EU.

Illustration: ein ordentlicher Stapel Dokumente mit einem kleinen Lesezeichen auf einem Schreibtisch, warmes Licht
mypacing ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Dieser Text informiert und macht keine Heilversprechen.

12. Leitlinien, Versorgung & Ressourcen (Deutschland/EU)

Leitlinien

Die zentrale ärztliche Orientierung in Deutschland ist die AWMF-Leitlinie „Long/Post-COVID” (Registernummer 020-027) unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Wichtig zur Einordnung: Sie liegt aktuell als S1-Leitlinie vor (zuletzt verlängert im August 2025) – das ist die niedrigste AWMF-Stufe, die auf Expertenkonsens beruht und noch keine systematische Evidenzbewertung wie eine S3-Leitlinie enthält [1]. Eine höherwertige Leitlinie fehlt bislang und wird von Fachleuten und Betroffenen gefordert. Inhaltlich ist die Leitlinie dennoch bedeutsam: Sie benennt Fatigue, das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) und die postexertionelle Malaise (PEM) als mögliche Folgen, empfiehlt ausdrücklich Pacing/Energiemanagement (u. a. das „4P-Prinzip”: Pacing, Planen, Priorisieren, Positionieren) und rät bei PEM von starrer, ansteigender Aktivierung im Sinne einer „graded exercise therapy” (GET) ab [1].

International richtungsweisend ist die britische NICE-Leitlinie NG206 (2021). Sie empfiehlt für ME/CFS klar kein GET als Heilbehandlung und keine generalisierten Trainingsprogramme mit festen Steigerungen; stattdessen stehen individuelles Energiemanagement/Pacing und das Respektieren der Belastungsgrenzen im Vordergrund („nicht durch die Symptome hindurchpushen”) [2]. PEM gilt als Kernmerkmal; kognitive Verhaltenstherapie wird nur unterstützend, nicht heilend eingeordnet [2].

Versorgungssituation in Deutschland

Die Versorgung gilt als stark unterentwickelt („Versorgungswüste”). Schätzungen zufolge leben mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland mit ME/CFS – die Zahl hat sich seit der Pandemie etwa verdoppelt [3]. Für Erwachsene existiert bundesweit im Kern nur eine spezialisierte Hochschulambulanz, das Charité Fatigue Centrum (CFC) in Berlin [3][4]; für Kinder und Jugendliche das MRI Chronische Fatigue Centrum (MCFC) der TU München (Klinikum rechts der Isar/München Klinik) [5]. Zwar bestehen über 100 Post-COVID-Ambulanzen, doch fehlt vielerorts ME/CFS-Expertise, Finanzierung und Personal; Betroffene mit ME/CFS nach anderen Infektionen fallen oft durch das Raster [3]. Die Folgen sind lange Wartezeiten, Fehlbehandlungen und eine erhebliche Unterversorgung.

Selbsthilfe und Patientenorganisationen

Seriöse Anlaufstellen sind u. a. die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V. (mecfs.de), die einen Praxisleitfaden und politische Forderungen (u. a. einen Nationalen Aktionsplan) veröffentlicht hat [3]; Fatigatio e.V., der bundesweite Selbsthilfeverband mit regionalen Gruppen und Sozialberatung [6]; sowie die Patienteninitiative Long COVID Deutschland mit Ambulanz- und Reha-Verzeichnissen [7]. Speziell für POTS und verwandte Dysautonomien engagiert sich PoTSDys e.V. („PoTS und andere Dysautonomien e.V.", Sitz Bochum) mit Aufklärung, Austausch und Interessenvertretung [13]. International engagiert sich etwa #MEAction mit Pacing- und Management-Leitfäden [8]. Diese Organisationen bieten Orientierung und Austausch, ersetzen aber keine ärztliche Beratung.

Sozialrechtliche Aspekte

Da Long-/Post-COVID und ME/CFS keine eigenen Bewertungskriterien in der Versorgungsmedizin-Verordnung haben, erfolgt die Einstufung des Grads der Behinderung (GdB) analog zu vergleichbaren Erkrankungen; je nach Schwere sind Werte von 10 bis 100 möglich, ab GdB 50 gilt man als schwerbehindert [9]. Die Anerkennung ist in der Praxis oft schwierig und wird häufig erst über Widerspruch oder Klage erreicht – Sozialgerichte haben jedoch bereits einen GdB von 50 beim Post-COVID-Syndrom zuerkannt [10]. Bei anhaltender Erwerbsunfähigkeit kommen Krankengeld, eine (teilweise oder volle) Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung sowie Leistungen zur Teilhabe in Betracht [11].

Reha und schwere Betroffenheit

Reha kann helfen, birgt bei PEM aber Risiken: aktivierende, trainingsbasierte Reha-Konzepte können den Zustand verschlechtern (Push-Crash). Eine deutsche Befragungsstudie kam zu dem Schluss, dass der Reha-Gedanke bei dieser Erkrankung „völlig neu gedacht werden” muss und PEM-gerecht sowie pacing-orientiert sein sollte [12]. Bei schwerer Betroffenheit sind zudem Pflegeleistungen, Hilfsmittel und soziale Unterstützung wichtig; hier lohnt frühzeitige Beratung (Pflegekasse, Sozialdienste, Selbsthilfe).

Wichtiger Hinweis

mypacing ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine Diagnostik oder Therapie. Individuelle medizinische, sozialrechtliche und Reha-Fragen gehören in ärztliche bzw. fachkundige Hände. Es gibt bislang keine zugelassene Heilbehandlung – Vorsicht ist geboten bei teuren „Wunderheilungen” und Versprechen schneller Genesung. Versorgungslücken und offene Forschungsfragen bestehen fort; dieser Text bildet den Stand 2025/2026 ab und kann sich mit neuen Leitlinien ändern.

So macht mypacing das automatisch

Die Leitlinie empfiehlt Pacing — die Umsetzung im Alltag bleibt aber bei den Betroffenen. mypacing schätzt die Belastungsgrenze und hält fest, wie oft sie tatsächlich überschritten wurde.

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Die App gibt es für iPhone und Android; die Abzeichen beider Stores stehen auf der Anleitung, Einrichtung und Systemvoraussetzungen für Android auf der Android-Seite.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-System entworfen (ein Anthropic-Modell mit Websuche); die Quellen sind echte, dabei gefundene Belege, keine erfundenen Adressen. Ein Mensch hat ihn vor der Veröffentlichung gelesen und freigegeben. Wir sagen das nach Art. 50 der EU-KI-Verordnung — und weil es uns richtig erscheint, es zu sagen. Mehr dazu unter Rechtliches, Abschnitt 4e.