Pacing bei ME/CFS: So gelingt der Alltag

Pacing for ME/CFS: Making Everyday Life Work

Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) macht Pacing zur zentralen Strategie — nicht zur Nebensache. So funktioniert es in der Praxis.

ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine von der WHO als neurologische Erkrankung klassifizierte, komplexe Multisystem-Erkrankung. Ihr Kernmerkmal ist Post-Exertional Malaise (PEM): eine verzögerte, oft massive Verschlechterung nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Belastung — typischerweise 12 bis 72 Stunden im Nachhinein. Genau deshalb ist Pacing bei ME/CFS keine ergänzende Empfehlung, sondern die zentrale, evidenzbasierte Management-Strategie.

Warum klassisches Training hier nicht funktioniert

Die britische Leitlinie NICE NG206 hat 2021 ausdrücklich davon abgeraten, Menschen mit ME/CFS ansteigende Trainingsprogramme (Graded Exercise Therapy, GET) zu verordnen — ein Kurswechsel gegenüber älteren Empfehlungen. Der Grund: PEM bedeutet, dass mehr Aktivität nicht zu mehr Belastbarkeit führt, sondern zu Verschlechterung. Pacing setzt genau hier an: Aktivität an die tatsächliche, oft stark eingeschränkte Belastungsgrenze anpassen, statt sie schrittweise zu steigern.

Pacing in der Praxis: die Grundprinzipien

Wie mypacing konkret unterstützt

Der kostenlose Pacing-Rechner übersetzt Ruhepuls und Symptom-Vorboten in eine tägliche Aktivitätsempfehlung — ganz ohne Konto. Wer den Schweregrad strukturiert dokumentieren möchte, findet im FUNCAP-Rechner ein validiertes 55-Item-Assessment der funktionalen Kapazität. Die tägliche Verlaufsauswertung in der App zeigt Muster vor Crashes an, statt nur einzelne Tage zu betrachten, und der Arztbericht fasst Pacing-Daten und Bell-Score für das nächste Arztgespräch zusammen.

Hinweis: mypacing ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Quellen