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Pacing bei Long COVID: Belastungsgrenzen erkennen

Nicht jede Long-COVID-Erschöpfung ist gleich — aber wer PEM erlebt, sollte Pacing kennen, bevor die nächste Aktivitätssteigerung zum Rückfall wird.

Illustration: eine Person ruht entspannt unter einer Decke am Fenster

Long COVID (auch Post-COVID-Syndrom oder PASC genannt) beschreibt anhaltende Beschwerden nach einer COVID-19-Infektion. Ein Teil der Betroffenen entwickelt dabei ein Symptombild, das dem von ME/CFS stark ähnelt — inklusive Post-Exertional Malaise (PEM): einer verzögerten Verschlechterung nach Belastung, oft 12 bis 72 Stunden später. Für diese Untergruppe ist Pacing die wichtigste nicht-medikamentöse Strategie, um Rückfälle zu vermeiden.

Warum „einfach mehr bewegen" riskant sein kann

Viele Long-COVID-Betroffene bekommen zu Beginn den gut gemeinten Rat, sich schrittweise wieder mehr zu bewegen. Bei einer PEM-Untergruppe kann das jedoch zu wiederholten Crashs und einer schleichenden Verschlechterung führen. US-amerikanische und britische Gesundheitsbehörden (CDC, NICE) empfehlen inzwischen, zuerst zu prüfen, ob PEM vorliegt — und wenn ja, mit Pacing statt mit Aktivitätssteigerung zu beginnen.

Erste Schritte beim Pacing mit Long COVID

  • PEM erkennen. Tritt die Verschlechterung zeitversetzt (Stunden bis Tage) nach Belastung auf? Das ist ein Kernmerkmal, das Pacing statt Aktivierung nahelegt.
  • Symptomtagebuch führen. Bei Long COVID schwanken Symptome oft stark — ein Tagebuch macht Muster sichtbar, die im Moment unsichtbar bleiben.
  • Begleitsymptome mitdenken. Herzrasen beim Aufstehen, Schwindel oder Benommenheit können auf eine begleitende orthostatische Intoleranz (z. B. POTS) hindeuten — häufig bei Long COVID.
  • Realistisch, nicht ehrgeizig starten. Die Baseline nach einer Infektion liegt oft deutlich unter dem, was vorher möglich war — das ist keine Rückschritts-Diagnose, sondern der reale Ausgangspunkt.

Wie mypacing bei Long COVID unterstützt

Pacing-Rechner öffnen — Orientierung zur täglichen Belastungsgrenze Stehtest starten — bei Herzrasen oder Schwindel beim Aufstehen

Der Pacing-Rechner ist sofort und kostenlos nutzbar. Der geführte Stehtest (NASA Lean Test) erstellt einen strukturierten Befund fürs Arztgespräch. Die tägliche Auswertung in der App verknüpft Wearable-Daten (Garmin, Apple Health, Whoop, Oura u. a.) mit Symptomeinträgen — auch ganz ohne Gerät, allein über manuelle Einträge.

Hinweis: mypacing ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Quellen