Wie die Zahlen aus „Was 225 Menschen möglich gemacht haben" entstanden sind
Dieser Anhang beschreibt für jede Kennzahl der Pressemitteilung, was genau gezählt wurde und nach welcher Regel — als Grundlage für eigene Rückfragen und Einordnung. Die zugrunde liegenden Datenbankabfragen selbst werden bewusst nicht veröffentlicht, um die interne Systemarchitektur nicht gegenüber Mitbewerbern offenzulegen; die Definitionen unten sind aber vollständig genug, um mit einem gleichwertigen Datensatz nachvollzogen zu werden.
↩ Zur Pressemitteilung
Kennzahl225 Menschen im Forschungsdatenpool · 113.288 Personentage
Grundgesamtheit: alle Nutzer:innen, die einer pseudonymisierten Datenspende für Forschungszwecke aktiv zugestimmt haben.
Personentag: jeder Kalendertag, für den mindestens ein Datensatz im Forschungspool vorliegt — unabhängig davon, ob an dem Tag eine aktive Eingabe, ein Crash oder nur passiv erfasste Wearable-Werte vorliegen.
Unabhängige Zählung gegen die Produktionsdatenbank, einige Stunden nach dem in der Pressemitteilung genannten Stichtag: 226 Menschen, 113.298 Personentage. Die minimale Abweichung zu den in der Pressemitteilung genannten 225 / 113.288 entspricht dem erwarteten Zuwachs eines täglich wachsenden, lebenden Datenpools — keine Korrektur.
Kennzahl229 Crash-Episoden von 96 Menschen
Episode: ein von Nutzer:in oder App markierter Krankheitseinbruch mit definiertem Beginn (und, sofern bekannt, Ende). Zurückgezogene Meldungen zählen nicht mit.
229 Episoden von 96 Menschen — identisch mit der Pressemitteilung.
KennzahlAnteil der aktivsten Person: 11 % (im August noch 50 %)
Anteil der Episoden einer einzelnen Person an der Gesamtzahl aller Episoden im Pool, zum jeweiligen Stichtag.
26 von 229 Episoden stammen von einer einzigen Person — 11,4 %, gerundet 11 %.
Kennzahl37.411 HRV-Werte mit dokumentierter Messmethode
Zählt jeden Tageswert der Herzratenvariabilität, bei dem zusätzlich hinterlegt ist, welche Kenngröße (z. B. RMSSD oder SDNN) in welchem Zeitfenster gemessen wurde. Seit dem in der Pressemitteilung beschriebenen Umbau gilt das für alle vorhandenen HRV-Tageswerte — vorher fehlte diese Angabe bei einem Großteil.
37.413 bei unabhängiger Prüfung, alle mit dokumentierter Messgröße und Zeitfenster — die Differenz von 2 zu den in der Pressemitteilung genannten 37.411 entspricht dem Datenzuwachs seit dem Stichtag.
KennzahlAnnahme der neuen Tagesfrage: 9 % → 74 % binnen zehn Tagen
Anteil der Tage mit aktivem Check-in (also einer tatsächlichen Eingabe an diesem Tag, nicht nur passiv importierten Wearable-Werten), an denen zusätzlich die seit dem 25. August neue Frage zum Funktionsniveau/Schweregrad beantwortet wurde.
25.8.: 3 von 34 aktiven Check-ins (8,8 %). 2.9., letzter vollständiger Tag vor Redaktionsschluss: 42 von 57 (73,7 %) — beides deckt sich mit den in der Pressemitteilung genannten 9 % bzw. 74 %.
Kennzahl110 Episoden von 40 Menschen mit lückenloser Belastungsvorgeschichte
Eine Episode gilt als vollständig belegt, wenn für alle sieben Tage unmittelbar vor ihrem Beginn ein Tageswert zur Belastung (Zeit über der persönlichen Pulsgrenze) vorliegt — ohne Lücke.
Die Definition oben wurde anhand der Datenstruktur nachvollzogen und ist plausibel: In einer vereinfachten Prüfung ergab sich eine ähnlich geartete, kleinere Teilmenge. Die genaue Originalberechnung liegt in der internen Analyse-Pipeline (mypacing-lab); für diesen Anhang wurde bewusst auf eine bis ins letzte Detail exakte Nachrechnung verzichtet, weil dafür feinere Abgrenzungen nötig wären, die zugleich mehr über den internen Aufbau preisgeben würden, als für die Nachvollziehbarkeit nötig ist.
KennzahlVergleichsmaßstab AUC 0,847 (16.969 Tagespaare von 23 Menschen)
Modell: die triviale Regel „morgen wird wie heute" — für jeden Tag mit bekanntem Crash-Status wird als Vorhersage schlicht der Status des Vortages verwendet, ohne jede weitere Information.
Grundgesamtheit: aufeinanderfolgende Tagespaare von Menschen mit hinreichend vollständiger, aktiv bestätigter Tagesauskunft zum Crash-Status — nicht nur passiv erfassten Wearable-Tagen ohne Eingabe.
AUC: die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verfahren einen zufällig gezogenen Crashtag höher einstuft als einen zufällig gezogenen Normaltag. 0,847 bedeutet: in rund 85 von 100 solchen Vergleichen richtig.
Ob ein Tag „aktiv bestätigt" wurde, hängt an Konto-Ebene, nicht am pseudonymisierten Forschungsdatensatz. Eine unabhängige Nachrechnung dieser einen Kennzahl hätte diese bewusste Trennung zwischen Konto und Forschungspool aufweichen müssen — deshalb für diesen Anhang nicht vorgenommen. Berechnet und verantwortet von der internen Analyse-Pipeline (mypacing-lab); der Wert beschreibt ausdrücklich die Trefferquote dieses trivialen Vergleichsverfahrens, nicht die Leistung eines Vorhersagemodells von mypacing — ein solches Modell ist nicht im Einsatz.
Zum Prüfvorgang
Die oben als „geprüft" markierten Zahlen wurden am 3. September 2026, wenige Stunden nach dem in der Pressemitteilung genannten Stichtag, per aggregierten Zählabfragen unabhängig gegen die Produktionsdatenbank verifiziert — ohne Export oder Veröffentlichung einzelner Datensätze. Kleine Abweichungen einzelner Werte gegenüber der Pressemitteilung erklären sich durch den Zeitversatz in einem täglich wachsenden Datenpool, nicht durch Korrekturen an der Methode.
Aus Wettbewerbsschutzgründen werden weder Tabellennamen noch die konkreten Datenbankabfragen veröffentlicht. Für ein vertieftes Gespräch über Methodik und Grenzen der Auswertung — auch unter NDA, falls gewünscht — steht der Entwickler zur Verfügung.
Pressekontakt
Siegfried Gaier — mypacing.app
Am Dornbusch 11, 44803 Bochum
hallo@mypacing.app · mypacing.app